941065_433749840148889_1181081733724758085_n

Liebe Mitglieder,
liebe Freunde und Unterstützer,

ein spannendes und anstrengendes Jahr 2015 liegt hinter uns und traditionell machen wir uns zum Jahreswechsel Gedanken darüber, was gut und schlecht war und was wir uns für das neue Jahr vornehmen.

Das Jahr 2015 hat für die JA nicht gut angefangen: Wir haben uns gestritten und statt des Verbindenden das Trennende gesucht. Das hatten wir so weit getrieben, bis wir fast das eigene Ende heraufbeschworen hatten.

Aber die Vernunft hat gesiegt. Wir haben uns besonnen und festgestellt, dass wir alle nur eines wollen: Eine bessere Zukunft für unser Deutschland. Dabei sind wir möglicherweise nicht immer einer Meinung, aber wir suchen den Ausgleich und marschieren geschlossen in eine Richtung.

Zumindest der erste Teil der Geschichte dürfte vielen bekannt vorkommen. Nach dem Essener Parteitag schien es in der AfD ruhiger zu werden, doch die alten Unsitten sind noch nicht beerdigt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es unterschiedliche Vorstellungen über die Ausrichtung einer Partei gibt. Genauso wenig ist es ungewöhnlich, dass eine Partei verschiedene Teile hat, die dieses oder jenes Thema als wichtig oder unwichtig ansieht. Das gehört zu einer vitalen und starken demokratischen Partei, die sich von den anderen Wahl- und Machterhaltungsvereinen abgrenzen möchte. So gesehen ist Streit, das Salz in der Suppe einer erfolgreichen Partei: Es geht nicht ohne aber es geht auch nicht mit zuviel davon.

Wir sind uns daher einig, dass es allerhöchste Zeit ist, sich in unserer Bewegung auf eine urdeutsche Tugend zu besinnen: Disziplin.

Disziplin heißt, die eigenen Befindlichkeiten zugunsten des wichtigen gemeinsamen Anliegens zurückzustellen. Disziplin heißt, einander Raum zu lassen und einander auszuhalten. Disziplin heißt aber vor allem auch, sich dort zu engagieren wo man steht und nicht dort, wo man gerne wäre.

Unsere Partei ist vielfältig wie unser Land. Vieles trennt den katholischen Bayern vom protestantischen Preußen oder den lebensfrohen Rheinländer vom sittenstrengen Schwaben. Doch niemals kämen sie auf die Idee, einander das Deutschsein abzusprechen.

Dagegen ist es in unseren Reihen eine verbreitete Unsitte geworden, sich unlautere Absichten zu unterstellen, während man sich selbst zum selbstlosen Idealisten stilisiert. Das vergiftet nicht nur die Stimmung, es ist auch verlogen. Wir sprechen niemandem in unserer Mitte seine Ideale ab, auch wenn er vielleicht eine andere Meinung vertritt. Das gehört dazu und das müssen wir in einer demokratischen und pluralistischen Partei auch aushalten.

Als wir vor knapp drei Jahren gemeinsam losgegangen sind, hatten wir nichts. Kein Geld, keine Mandate, keine Strukturen. Aber wir hatten unseren Glauben an eine bessere Politik. Wir haben viel Zeit, Mühe und eigenes Geld investiert, um dahin zu kommen, wo wir heute sind. Wenn man uns ein Plakat abgerissen hat, haben wir zwei neue aufgehängt. Wenn man uns verleumdet, beleidigt oder gar geschlagen hat, haben wir weitergemacht. Und als jüngst die Altparteien versuchten, uns den Geldhahn zuzudrehen, haben wir in weniger als einem Monat mehr Geld gesammelt, als je zuvor.

Aus diesem Holz sind unsere früheren und zukünftigen Erfolge geschnitzt. Nicht aus dem kleinlichen Gezänk einiger weniger Eiferer, die sich im Besitz der alleinigen Wahrheit glauben. Lasst uns nicht leichtsinnig werden! Unsere Bewegung ist noch lange nicht sicher. Jeder Fehler wird genutzt, um uns zu schaden und unsere Umfragewerte sind nicht viel wert, solange wir daraus keine Wahlergebnisse machen können.

Schon im März werden drei Landtage gewählt und dafür brauchen wir alle unsere Kraft. Die Länder, in denen gewählt wird, sind höchst unterschiedlich. Es ist daher unsere Pflicht, auf einander Rücksicht zu nehmen und alles abzuwenden, was unseren Freunden und Mitstreitern in den wahlkämpfenden Ländern schaden könnte. Wer die Zeit findet, zänkische Facebookkommentare zu schreiben, sollte besser nach Mainz, Stuttgart oder Magdeburg fahren und Flugblätter verteilen oder Plakate aufhängen. Und wer die Zeit nicht findet, der sollte die Verbände materiell unterstützen!

Es geht nicht um Petry, Höcke, Gauland, Pretzell, Storch oder sonstwen. Es geht auch nicht um Frohnmaier oder Tritschler. Es geht um unser Deutschland und seine Zukunft. Es geht um die Bewahrung unserer Kultur und unseres Wohlstands. Es geht um verdammt viel. Zu viel, um es unseren persönlichen Eitelkeiten zu opfern.

Wenn wir in diesen Tagen viel Lob und Anerkennung für den einigen, harmonischen und professionellen Auftritt unserer JA bekommen, dann ehrt uns das. Und es ist ein Grund, an dieser Stelle unseren Mitgliedern für ihr Herzblut, Engagement und insbesondere ihre Disziplin zu danken. Es ist aber auch ein deutliches Zeichen dafür, dass unsere „Alten“ sich an Beispiel daran nehmen sollten. Nehmt es Euch zu Herzen! Es geht um viel!

Für die Junge Alternative für Deutschland
Deutschland, im Dezember 2015

Sven Tritschler & Markus Frohnmaier
Bundesvorsitzende